Ein oder zwei Kugeln?

Wir waren in den letzten Tagen auf der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd. Dort gibt es eine 300 m lange XXL-Kugelbahn mit mehreren Abschnitten durch ein Waldstück. An einem Kaugummiautomaten kann man eine Holzkugel für 20 Cent ziehen und mit dem eigenen Namen beschriften. Unsere Kinder haben sich jeder eine Kugel gezogen und es machte allen großen Spaß mal schneller und mal geduldiger die Kugel zu verfolgen. Zeitgleich mit uns startete ein Elternpaar mit einem Jungen. Das Kind durfte sich zwei Kugeln ziehen und mit seinem Namen beschriften. Es startete etwas früher als wir. Relativ bald nach dem Start hatten wir ihn an einem Abschnitt eingeholt, an dem es fünf Löcher gab, aber nur ein Loch führte in die Kugelbahn. Der Junge steckte seine zwei Kugeln gleichzeitig in zwei Löcher. Die eine Kugel landete sofort wieder in der Kugelbahn und weg war sie. Die andere musste zunächst wieder aufgehoben und erneut in das richtige Loch gesteckt werden. Allerdings waren nun ja noch mehr Kinder an der Station und hatten gleich das richtige Loch für sich in Anspruch genommen und in der Zwischenzeit schon mehrere Kugeln auf die Weiterreise durch die Kugelbahn geschickt. So wäre die erste Kugel schon längst aus seinem Blickwinkel verschwunden gewesen, wenn die Mutter die Situation nicht gerettet hätte. Sie lief der ersten Kugel nach und nahm sie aus der Bahn. Der Vater sagte dem Jungen, er solle doch besser zur Seite treten und die ganzen Kinder vorlassen, damit seine beiden Kugeln hintereinander in Ruhe weiterrollen könnten. Als unsere Kinder mit ihren Kugeln am Ziel angekommen waren, hatten wir die Familie längst weit hinter uns gelassen und sie auch nicht mehr wieder gesehen. Die Eltern meinten es sicher gut mit dem Jungen als sie ihn zwei Murmeln kaufen ließen. Aber er hatte nicht wirklich viel davon. Er musste auf zwei Kugeln gleichzeitig achten. Er konnte seine Aufmerksamkeit nicht nur der einen widmen, sonst wäre die andere davongerollt. Er brauchte die Hilfe seiner Eltern, um das Problem zu lösen, gleichzeitig beide Kugeln rollen zu lassen, ohne eine davon zu verlieren. Er war mit zwei Kugeln überfordert. Mich beschäftigt die Situation nun schon seit mehreren Tagen. Sie brachte mich zum Nachdenken über das rechte Maß, das ein Grundprinzip des Yoga ist. Hierbei ist nicht nur das rechte Maß an Anspannung und Entspannung beim Üben gemeint, sondern das rechte Maß in allem zu finden: Ernährung, Sport, Stress und Muße, Freude und Leid, Geselligkeit und Alleinsein, Anstrengung und Ruhe uvm.. Viele neigen dazu, sich zu viel aufzuladen. Sich zu viele Kugeln auf einmal in die Bahn zu legen oder legen zu lassen. Und wir neigen mitunter auch dazu, unseren Kindern zu viele Kugeln in die Bahn zu legen. Wie viele Kugeln hast du in der Bahn? Hast du sie dir selbst hineingelegt oder wurden sie dir hineingelegt? Kannst du ihnen gut folgen, sie gut ins Ziel begleiten? Brauchst du Helfer? Kannst du um Hilfe bitten? Kannst du die Hilfe annehmen? Wem legst du Kugeln in die Bahn? Und wie kannst du damit umgehen, wenn er oder sie, die Kugel ablehnt und dir zurückgibt? Auf diese Fragen kann es keine pauschalen Antworten geben. Jede wird seine individuell richtige Antwort finden können. Jede muss für sich herausfinden, was gut für sie ist, was sie weiterbringt und was zu ihrer Lebenssituation passt.

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Kommentare: 11
  • #1

    Venetta Kist (Freitag, 03 Februar 2017 09:23)


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